Model 3 oder Model Y: Die Schwachstellen im Vergleich
5 Minuten Lesezeit · Zuletzt geprüft August 2026
Model 3 und Model Y teilen sich einen großen Teil der Technik: Antrieb, Batterie, Elektronik und in weiten Teilen auch die Vorderachse. Trotzdem unterscheidet sich das Schadensbild, und zwar an Stellen, die vor einem Gebrauchtkauf relevant sind.
Was beide gemeinsam haben
Die vorderen Querlenker sind bei beiden die bekannteste Schwachstelle. Ursache ist dieselbe: Wasser läuft von der Scheibe in den Radkasten und wäscht das Schmiermittel aus dem Traggelenk. Auch der Kältekreislauf mit der Wärmepumpe verhält sich bei beiden ähnlich anfällig, und in beiden Fällen zeigt sich der Defekt bevorzugt außerhalb der Basisgarantie.
Gemeinsam ist ihnen außerdem die Bremsenproblematik: Weil elektrisch verzögert wird, kommen die Bremsen kaum zum Einsatz. Scheiben und Sättel korrodieren, in ungünstigen Fällen setzen sie fest. Das trifft alle Elektroautos, fällt aber bei Fahrzeugen mit niedriger Laufleistung besonders auf.
Wo sich das Model 3 unterscheidet
Beim Model 3 liegt der Schwerpunkt auf dem Fahrwerk. Das niedrigere Fahrzeug ist straffer abgestimmt, die Querlenkerproblematik tritt tendenziell früher zutage. Dazu kommen bei Baujahren um 2020 und 2021 Berichte über Lackabplatzer an den Schwellern und beginnende Korrosion im Unterbodenbereich.
Beim TÜV fällt das Model 3 in den Erhebungen mit einer Mängelquote von rund 13 Prozent auf, was für ein Fahrzeug dieser Altersklasse überdurchschnittlich ist. Die Beanstandungen betreffen überwiegend Achsaufhängung und Beleuchtung.
Wo sich das Model Y unterscheidet
Beim Model Y verschiebt sich der Schwerpunkt in Richtung Karosserie und Dichtungen. Das größere Fahrzeug mit der weit öffnenden Heckklappe und dem durchgehenden Glasdach ist anfälliger für Wassereintritt. Fahrzeuge aus der Anfangszeit der Produktion in Grünheide fielen mit Undichtigkeiten auf, teils an der Heckklappe, teils im Bereich der Dachverklebung.
Der zweite Punkt betrifft die Reparaturkosten insgesamt: Das Model Y verwendet großflächige Gussteile in der Karosseriestruktur. Bei Unfallschäden in diesen Bereichen sind Instandsetzungen aufwendig und teuer, was auch für die Bewertung eines reparierten Gebrauchtwagens eine Rolle spielt.
Worauf Sie beim Gebrauchtkauf achten
- Bei beiden: Fahrwerk auf der Hebebühne, Batteriezustand messen, Ladeverhalten bei Wechsel- und Gleichstrom getrennt prüfen
- Beim Model 3: Schweller und Unterboden auf Korrosion, Querlenkerspiel, Reifenverschleiß an den Innenkanten
- Beim Model Y: Dichtungen an Heckklappe und Glasdach, Feuchtigkeit im Kofferraum und in den Fußräumen, Spaltmaße im Bereich der Gussteile
Die Garantie ist bei beiden gleich
Vier Jahre oder 80.000 Kilometer für das Fahrzeug, acht Jahre für Batterie und Antrieb. Unterschiede gibt es nur bei der Kilometergrenze der Batteriegarantie: 160.000 Kilometer bei den Heckantriebsvarianten, 192.000 bei Long Range und Performance. Für die Frage, wann ein Check fällig wird, macht die Modellwahl also keinen Unterschied.